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Stundenaufzeichnungspflichten bei geringfügiger Beschäftigung

23. Februar 2015

Aus steuerlicher Sicht besteht nach § 4 Abs. 2 Nr. 8 LStDV keine Stundenaufzeichnungspflicht für geringfügig Beschäftigte. Sozialversicherungsrechtlich besteht diese Aufzeichnungspflicht jedoch (näheres hierzu in § 28f Abs. 1 SGB IV, § 8 BVV, § 2 NachwG).

Nach Auffassung der Finanzverwaltung wirkt sich ein Verstoß gegen die sozialversicherungspflichtigen Stundenaufzeichnungspflichten auch auf das Steuerrecht aus, denn Grundlage für die Pauschalierung der Lohnsteuer nach § 40a Abs. 2 und 2a EStG ist das sozialversicherungspflichtige Entgelt. Wenn aber nun diese Aufzeichnungen fehlen, kann sozialversicherungsrechtlich kein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis anerkannt werden. Und damit kann auch steuerlich – nach Auffassung der Finanzverwaltung – die Lohnsteuer in diesen Fällen nicht pauschaliert werden. Faktisch gesehen, liegt damit auch steuerlich eineAufzeichnungspflicht vor.

Darüber hinaus reicht der Finanzverwaltung auch nicht die Vorlage des Arbeitsvertrages, weil dieser nicht unbedingt die tatsächlichen Verhältnisse widerspiegele.

Um Problemen bei einer Lohnsteueraußenprüfung aus dem Weg zu gehen, sollte man daher dafür Sorge tragen, dass die entsprechenden Aufzeichnungen vorliegen. Die Einführung des Mindestlohns der damit verbundenen Aufzeichnungspflichten gehen hier sogar noch weiter.